Wieder ankommen …

Nun bin ich schon fast zwei Monate wieder in Deutschland und bin noch immer nicht richtig „angekommen“. Unerwarteterweise ist dieser Prozess des „Ankommens“ im mir eigentlich vertrauten Rhein-Main-Gebiet ähnlich schwierig wie letzten Sommer die Eingewöhnung in Portugal.

Am Anfang erschien es mir seltsam, Menschen auf Anhieb problemlos zu verstehen. Dann vergaß ich immer wieder, dass ich Sonntags nicht einkaufen gehen zu kann. Über diese ersten Hürden bin ich langsam herüber. Doch das neue Semester hat bereits wieder begonnen und ich kämpfe noch immer mit verschiedensten Herausforderungen.

Ich hatte gehofft die restlichen Sommermonate nutzen zu können, um mich irgendwo gemütlich einrichten zu können. Doch wochenlang bin ich bei Freundinnen untergekommen oder war an schönen Plätzen zu Gast, während ich mich auf die Suche nach einem neuen „Zuhause“ machte. Diese Suche erweist sich schwieriger als gedacht. Vielleicht sind meine Ansprüche zu hoch geworden: ich will an einem schönen Ort leben, nicht zu weit weg von der Uni, und vor allem in einer Gemeinschaft mit tollen Menschen. Die Spontanität und Lebensfreude meiner portugiesischen Freund_innen fehlt mir. Kann ich hier etwas vergleichbares finden? Nun habe ich doch einen Ort gefunden, an dem ich zumindest vorerst bleiben kann. Aber auch dort werde ich mich erstmal eingewöhnen müssen.

Nach und nach passe ich mich wieder dem hiesigen an. Noch ist mein Geldbeutel überfüllt mit Münzen, doch langsam lerne ich, dass die Geschäfte hier tatsächlich genug Wechselgeld haben. Wie lange es dauern wird, dass so manches nicht mehr rigide, unflexibel und überformal vorkommt, werde ich noch sehen müssen. Gleichzeitig bewahre ich mir etwas der portugiesischen Spontanität, die mein Leben unglaublich bereichert hat.

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