Unterwegs

Ich bin wieder in Deutschland. Die Heimfahrt hat länger gedauert und war weniger erholsam als gedacht. Leider hatten wir aber nicht bedacht, dass der Weg über die bergigen Landstraßen im Vergleich zur Autobahn auch ein mehrfaches der Fahrtzeit bedeutet.

In Spanien fahren wir weiter schräg nord-östlich in Richtung Küste. Es geht sehr viel auf und ab, und es ist nicht immer leicht einzuschätzen, welche Richtung denn nun am schnellsten ist.

Gegen Abend kommen wir ins Gebirge und fahren im Dunklen über kleine gewundene Straßen, neben denen es entsetzlich steil nach unten geht. Oft ist außer dem Mond am Himmel und den Schemen der Berge kaum etwas zu sehen. Glücklicherweise ist es aber doch noch hell genug dass wir die auf der Straße stehenden Kühe erkennen und dementsprechend ausweichen können. Erst spät Nachts suchen wir uns bei einem kleinen Ort names Puentenansa einen Schlafplatz.

Am folgenden Tag bewegen wir uns weiter auf und ab über Berge und Täler. Aber die steilen Abgründe werden nach und nach durch gemächlichere Hügel ersetzt.

Wir erreichen das Baskenland. Dort ist die Landschaft nicht mehr so atemberaubend. Dafür sehen wir hier viele politischen Graffitis …

und der Protest gegen Fracking ist fast überall:

Abends übernachten wir unter freiem Himmel bei einer Kleinstadt neben einer Flussmündung am Meer nahe des Ortes Mutriku. Wir kochem am Flussufer auf einem Gaskocher, während sich die Angler in der Dämmerung nach und nach zurückziehen. Dann versuchen wir in dieser viel zu urbanen Gegend einzuschlafen und wachen am nächsten Morgen sehr gerädert auf.

Weiter geht es Flusstäler entlang bis wir schließlich an die Grenze nach Frankreich kommen und uns schließlich dort erstmal verfahren. Aber nun haben wir Spanien hinter uns gebracht und machen am späten Nachmittag eine Rast in dem wunderschönen Städtchen Orthez. Dort entdeckt mein Begleiter etwa 70 Zecken an sich, die er sich vermutlich einige Stunden vorher bei einem Halt in einem Naturschutgebiet eingefangen hat. Trotz meiner Besorgnis fahren wir weiter.

Samstagabend suchen wir uns einen Schlafplatz an einem Feldweg irgendwo nicht weit vor Pau. Nachts werden wir von einem Gewitter überrascht, flüchten ins Auto und müssen schließlich das Zelt improvisiert aufstellen. Der darauffolgende Sonntag steht ganz im Zeichen der Sonnenblume. Von sind waren wir auch umgeben als wir abends unseren nächsten „Zeltplatz“ bei einer Ruine mit Blick auf ein Atomkraftwerk bei Malause finden.

Wie bislang an jedem Schlafplatz finden wir dort Brombeeren, aber auch Holunder und Feigen.

Am Montag legen wir eine längere Pause in Cahors ein, da ich gerne ein Café mit W-Lan-Angebot besuchen will. Schon die Parkplatzsuche in dem hübschen Städtchen gestaltet sich schwierig, Aber letztlich bekomme ich doch noch Kaffee und Internet, während mein liebevoller Begleiter drei Stunden lang auf mich wartet, sich die Stadt ansieht und mir eine Flasche Cola kauft.

Später halten wir an einem Feldweg um zu kochen und werden fast von der Besitzerin des Weges vertrieben. Als sie aber hört, dass wir nur eine halbe Stunde bleiben wollen, sind wir doch geduldet. Abend schlagen wir unser Zelt in einem Mini-Wäldchen neben einem Feldrand auf. Es ist schon spät und dunkel – garnicht so einfach eine geeignete Stelle zum Zähneputzen zu finden …

Am nächsten Tag fahren wir recht lange und mit wenigen Pausen. Nachmittags gönnen wir uns ein kurzes Baden in einem Fluss, dann fahren wir weiter bis spät in die Nacht. Eigentlich hoffen wir die Grenze noch an diesem Tag zu erreichen, aber schließlich entscheiden wir uns doch in einem Wald irgendwo vor Colmar zu übernachten.

Am nächsten Morgen ist es noch weiter zur Grenze als gedacht. Als schließlich Hinweisschilder für Breisach auftauchen sind wir hoffnungsvoll. Nachmittags überqueren wir die Grenze und – trotz der schnellen und steuerfinanzierten deutschen Autobahnen – erreichen wir Nürnberg erst am Abend.

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