Abschiede

Der Abschied von Lissabon macht mich nostalgisch. Die Stadt ist mir in diesem Jahr sehr ans Herz gewachsen. Nach und nach muss ich mich von all meinen Freundinnen und Freunden dort verabschieden. Von einigen früher (weil sie selbst wegfahren), von anderen später (kurz vor meiner Abfahrt).

Schon Wochen vorher habe ich angefangen mich von gewohnten Räumlichkeiten zu lösen und lieb gewordene Gewohnheiten im Geist loszulassen.

Doch bevor ich ganz gehe fahre ich nochmal mit zwei lieben Menschen nach Arrabida um zwei Tage an einem traumhaften Strand zu verbringen.

Wir suchen Schatten zwischen sich sonnenden Massen und campen nachts wild am Strand. Wir spielen Karten und schauen in die Sterne. Schimmend und kletternd machen am nächsten Vormittag wir einen Ausflug zum nächsten Strand um dort einen Kaffee zu trinken. Unser gigantisches Proviant ist nach zwei Tagen nahezu komplett vernichtet. Auf der Rückfahrt kaufen wir Brot und Kuchen. Ich freue mich über eine Bude, die warme Churros verkaufen und esse ein letztes Mal Fettgebäck, mit flüssiger weißer Schokolade gefüllt. Wir halten an einem windigen Kap und blicken bei Sonnenuntergang auf das Meer.

Wieder in Lissabon werden es noch mehr Abschiede. Manche Menschen kann ich nicht oft genug umarmen. Ich bekomme gesagt, ich könne doch etwas länger bleiben und kann mich tatsächlich kaum losreißen.

Doch ein toller Mensch ist auf meine Bitte extra aus Deutschland gekommen, um mich abzuholen. Also verlassen wir Lissabon dann Sonntags zwei Tage später als geplant doch noch. Ich fühle mich seltsam: das lange Aufschieben der Abfahrt macht mich rastlos, aber gleichzeitig möchte ich noch immer nicht weg hier.

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Wir finden einen versteckten Zeltplatz im Wald mit vielen Brombeeren und Schlangen. Am nächsten Morgen sehen wir uns Tomar an.

Am späteren Montagnachmittag machen wir Rast an einem Bergsee, schwimmen ein wenig im klaren blauen Wasser und erreichen bei Dämmerung einen Campingplatz in Guarda.

Nach einer morgendlichen Stadtbesichtigung und langwierigen Umwegen bei dem Unterfangen wieder aus der Stadt herauszufinden ohne auf die Autobahn zu fahren, sind wir Dienstags wieder durch die Berge unterwegs.

Mitten zwischen und Oliven und Zitronenbäumen tauchen Kakteen auf. Wir wagen das stachlige Unterfangen zwei Früchte zu essen:

Die Landschaft verändert sich, doch es bleibt die ganze Strecke über bergig. Die Gegend ist sehr dünn besiedelt, doch wir kommen immer wieder durch kleine Dörfer, die im Nirgendwo zu sein scheinen.

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IMG_19800831_092049_-_pequAm frühen Abend erreichen wir Bragança. Da überall in der Umgebung Jagdgebiet zu sein scheint, entscheiden wir uns auf einem Campingplatz einige Kilometer westlich der Stadt zu nächtigen – und schließlich finden wir ihn auch.

Den Mittwoch verbringen wir in Bragança, trinken Kaffee, sehen uns die Burg an und versuchen uns einen Tag Pause zu gönnen:

Am Donnerstagmorgen geht es wieder über Berge und wir verlassen Portugal.

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