Schäuble und andere Krisen

Am Wochenende kam die Degrowth-Caravane in Lissabon an. Sie besuchte GAIA und weitere Orte. Da ich ohnehin gerade dort war, um andere Dinge zu organisieren, schloss ich mich der Runde an. In Intendente gab es einen Input von Habita zu Gentrification in Lissabon. Schließlich klang der Abend im Casa da Achada aus.

Am Wochenende zuvor hatten wir uns mit Climáximo nach Sintra zurückgezogen und dort in Ruhe den Erfolg unserer bisherigen Tätigkeiten zu diskutieren und eine Planung für die nächsten Monate zu entwickeln. In einem schönen Projekt names Terra Livre zelteten wir. Terra Livre ist ein großes besetztes Gelände, das von vier Personen bewohnt wird und es besteht hauptsächlich aus einem wildromantischem Gemüsegarten. Wir bekamen Avocadobäume, Bananenstauden und vielerlei Früchte und Kräuter gezeigt, lernten das Zuchini, Mais und Bohnen sich gut ergänzen, und wurden immer wieder gewarnt, auf bestimmte Pflanzen nicht draufzutreten. Einige Leute dort wohnen in Jurten, andere in Zelten. Das einzige feste Gebäude ist die Bibliothek – ein ehemaliges Eselhaus, das erst diesen Sommer wieder errichtet wurde. Es gibt eine Baumküche, ein Kompostklo, ein Dusche, viele gemütliche Ecken und natürlich auch eine Feuerstelle. Wie schön, auch in Portugal Draußenwohnende zu finden!

Gestern und Dienstag habe ich jeweils geholfen VoKüs in GAIA zu organisieren. Gestern ging es um Fracking. Zwei Climáximo-Aktivist_innen haben von Frackanpada im Baskenland berichtet. Es gab Nudeln mit zweierlei Saucen. Dienstags ging es um die Zerstörung sozialer Nachbarschaften. Mit dem Abendessen sollte Geld für Stop Demolições aufgetrieben werden, um Proteste gegen die Zerstörung von Santa Filomena und des Bairro 6 de Maio zu organisieren. Wir zeigten einen Film zu einer ähnlichen Situation in Indien.  Es wurde spät und als anschließend die eigentliche Diskussion anlief, war ich zu müde, um mich weiter zu beteiligen.

Zwischendurch werde ich als „Deutsche“ immer wieder auf Schäuble angesprochen: wie gruslig dessen Ideen seien, ober wo Merkel den wohl gefunden hätte. Die „Krise“ und das Verhältnis der deutschen Politik dazu sind hier große Themen.

Aber auch das neue portugiesische Abtreibungsgesetz stimmt viele traurig: Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen wollen, müssen nun eine Gebühr dafür zahlen und Ärzte, die Abtreibungen offensiv ablehnen, sind nicht mehr von dem für die Frauen vorgeschriebenen Beratungsgespräch ausgeschlossen.

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