Ein lila Blütenmeer

Seit einigen Wochen blühen die Bäume hier lila. Viele Bäume. In fast jeder Straße. Überall märchenhafte Blüten. Während der Examensphase habe ich sie nicht gesehen – aber als ich gestern in der Uni ein Dokument ablieferte, stellte ich fest, dass selbst auf dem Campus mehrere Bäume lila sind. Bäume, die ich vorher überhaupt nicht bewusst wahrgenommen habe. Die Welt ist wie verzaubert. Der Anblick der Straßen spiegelt meine Gefühle für meine Umgebung wieder. Es ist Frühling und die Nächte sind mitunter noch ziemlich kühl, aber „Frühling“ zu denken kommt mir komisch vor. Ich war schon mehrmals am Strand und während der Nachmittage ist es so heiß, dass ich am liebsten überhaupt nicht auf die Straße gehe. Einkaufen kann ich doch auch noch abends oder am nächsten Morgen…

IMG_19800610_181044_-_medMeine Prüfungen sind vorbei: Und eigentlich müsste es mir super gehen. Aber mir fehlt es an Energie. Ich fühle mich müde und kraftlos. Hatte zu viele Erwartungen: Zeit für Projekte zu haben, und für Erholung und für nichts tun und lesen und Hobbies, … Ich sage viele Dinge ab. Bin am 30ten Mai irgendwie bei unseren Climáximo-Aktivitäten anwesend. Wenigstens so halb. Habe Spaß und tanze über eine Wiese. Aber am Abend ist mir schlecht und ich habe Kopfweh. Ich schlafe viel und schaffe es gerade so für unser unser Jantar Solidário wieder fit zu sein. Ich koche, bringe aber kaum Interesse für die Inhalte auf. Schade, denn eigentlich ist die Arbeit der italienischen Theatergruppe, die Migrant_innen arbeitet, sehr interessant. Ich fahre zum Strand, treffe mich mit Freund_innen, versuche das Nichtstun zu genießen und merke, dass ich noch viel mehr von Nichts brauche.

Die Blüten auf den Straßen erinnern mich an indische Tempel. Und während das Lila langsam weniger wird, tauchen neue Farben auf.

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