„Pale India Ale“ oder doch lieber „Munic Style“?

Ein bisschen skurril ist das ja schon: eine gebürtige Fränkin lernt in Lissabon von einer Kanadierin Bier brauen. Heute fand in GAIA eine Oficina de Cerveja statt.

Da ich den Geschmack des leckeren handgemachten Bieres, das in GAIA und RDA verkauft wird, kenne und die vielfältigen Sorten mich immer wieder erstaunen, bin ich neugierig. Die Nachfrage ist so groß, dass es in der RDA oft komplett ausverkauft ist. Außerdem denke ich, dass ich vielleicht auch gerne in Deutschland Bier selber machen würde, da dort die Zutaten viel regionaler sind. Hier wird das Malz importiert, da es in Portugal wohl keinen Betrieb gibt, der Getreide entsprechend verarbeitet.

Eigentlich hatte ich vor erst im Juni nach den Prüfungen an einem solchen Workshop teilzunehmen, doch dann fiel mir ein, dass dies ein mögliches Reportagethema sein könnte. Denn für den Kurs Atelier de Jornalismo fehlt es mir noch komplett an Texten. Hinzu kommt, dass mehrere Menschen aus meinem Freundeskreis ebenfalls an dem Workshop teilnehmen wollten, so dass es eine nette Runde zu werden versprach. Also nichts wie hin!

Und tatsächlich war es superspannend! Ich konnte mich kaum zurückhalten mehr und mehr Fragen zu stellen. Ob die Zutaten denn international genormt seien? Ob ich auch Ingwer oder Lavendel hinzufügen könnte? Warum ich keine Weinflaschen verwenden könnte? Ob ich auf dieses oder jenes Equipment nicht verzichten könnte?

Mehr als sechs Stunden lang lernen wir alles mögliche über die verschiedenen Malz- und Hopfensorten, den Alkoholgehalt, die Bitterkeit die Farbe, … – und natürlich vor allem die verschieden Arbeitsschritte. Aus Schrot machen wir einen süßen an Honigtee erinnernden Malzextrakt, der mit Hopfen gekocht und so zu einer lustigen Flüssigkeit wird, die im Englischen auf die Bezeichnung „Wort“ hört.

Natürlich probieren wir Malzkörner, Malzextrakt und auch verschiedene Biersorten. Ich mag die hellen, weniger bitteren am liebsten. Mein Favorit ist das India Pale Ale. Schon des Namens wegen, aber auch durch den Hopfen entstandene fruchtige Litschi-Geschmack gefällt mir. Zwischendurch gibt es eine Pause und wir kochten ein kleines Mittagessen. Danach geht es weiter mit den Hefesorten, dem abgekochten Wort und möglichst sterilen Gefäßen. Schließlich wird das Gebräu in einen Behälter gefüllt, von wo aus es in einen anderen Behälter und schließlich in Flaschen umgefüllt werden wird. Aber nicht heute. In etwa einem Monat wird es trinkbar sein. So lange lagert es im dunklen Keller.

Ich erkundige mich, ob ich nicht vielleicht in Zukunft mal beim Brauen helfen kann, um die Arbeitsschritte besser in Erinnerung zu behalten. „Klar“, ist die Antwort. Dann sei es nicht so langweilig. Nun träume ich schon von meinen eigenen Biercreationen, wahlweise mit Zimt, Chilli oder Kardamom.

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