Wer ist wo eingefallen? Rassistische Polizeigewalt im Lissabonner Stadtalltag

Am Donnerstag hat die Polizei in Amadora (einem Lissabonner Vorort) eine alternative Schule gestürmt, Leute angegriffen und sogar auf Menschen geschossen. Laut meiner Mitbewohnerin ein rassistischer Übergriff, wie sie in Lissabon täglich geschähen. Die betroffene Nachbarschaft werde regelmäßig von der Polizei angegriffen, da dieser der starke Zusammenhalt der dort lebenden, überwiegend von Cap-Verde stammenden Menschen nicht gefalle. Nur diesmal sei es anders, denn die Polizei hätte Aktivisten – unter anderem einen guten Freund meiner Mitbewohnerin – attackiert und verhaftet. Die Aktivisten wurden im bis heute andauernden Polizeigewahrsam brutal geschlagen und nur auf Druck von Anwälten zwischenzeitlich in ein Krankenhaus gebracht, um danach weiter misshandelt zu werden. Es gibt Fotos, die die Verletzungen belegen. Doch die Polizei behauptet, die fünf Verhafteten hätten versucht in die Polizeistation einzufallen. Meine Mitbewohnerin, die die letzte Nacht bei der Mutter ihres verhafteten Freundes und den heutigen Tag vor dem Polizeigewahrsam verbracht hat, ist völlig erschöpft. Die Betroffenen wollen Klage einreichen, aber wie meine Mitbewohnerin sagt, wurden in den letzten Jahren mehrere Leute von der Polizei erschossen, ohne dass dies zu Verurteilungen führte.

Portugiesische Artikel:
http://www.publico.pt/
http://www.tvi24.iol.pt
https://observatoriodocontroloerepressao.wordpress.com/

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