Buchmesse

Beim gestrigen Treffen „mit Leuten aus dem Sprachkurs“ waren wir nur zu zweit. Das tat der guten Laune keinen Abbruch. So lief ich mit einer Französin, die eigentlich Halbportugiesin ist, aber trotzdem jetzt erst nach Portugal gekommen ist um bei ihrer Verwandtschaft zu leben und Portugiesisch zu lernen, durch die Altstadt. Vor den „Galerias Romanias“ war tatsächlich eine lange Warteschlange – bis in die übernächtste Straße. Also liefen wir lieber herum, unterhielten uns in einem wirren Kauderwelsch aus Portugiesisch, Französisch und Englisch über Tramperfahrungen und anderes. Schließlich gingen wir gemeinsam zur Alternativbuchmesse „Mostra de Dicoe Subversivas“. Da unsere Sprachkenntnisse dann allerdings doch zu gering waren, um viel zu verstehen, blieben wir nicht sehr lange.

Stattdessen trafen wir uns mit einem Freund der netten portugiesischen Französin, hetzten durch eine Abteilung eines Fliesen-und-Grafiti-Museums in Chiado-Baixa – gerade noch bevor dort Feierabend gemacht wurde, liefen weiter durch die Stadt und setzten uns irgendwo für ein Glas Saft.

Nachdem die beiden sich verabschiedet hatten, ging ich nochmal zur Buchmesse, um dort eine Politfreundin zu treffen. Ich stellte bei einem erneuten Durchgang fest, dass es doch auch einige englischsprachige Bücher und Broschüren gab und dass ich auch viele portugiesische Titel zumindest in etwa verstehen konnte – wenn auch nicht den Inhalt der Bücher. Besonders freute ich mich einen Soliaufruf für einen mir bekannten Langzeitgefangenen in Deutschland zu sehen. Manchmal ist die Welt eben doch sehr klein. IMG_20140928_202811Interessant fand ich auch eine Ausstellung von „versilberten“ Objekten wie beispielsweise Schleudern, Steinen oder Skimasken für „anspruchsvolle Aktivist_innen“IMG_20140928_202804 – die ich als Satiere auf die kommerzielle Vermarktung alternativer Trends deutete. Der Künster erklärte mir alle Objekte seien voll funktionsfähig. (Mehr dazu hier: www.makearevolution.org und unter www.ionline.pt)

Am späteren Abend gab es ein leckeres „Jantar popular“ in netter Runde. Und wieder kam es mir komisch vor, von Menschen, denen ich gerade vorgestellt wurde, mit Wangenküsschen begrüßt zu werden. Viel später als geplant wurde ein portugiesischer Film mit englischen Untertiteln zu den Auswirkungen der Krise in Nordportugal gezeigt. Leerstehende Fabrikgebäude und ein langsammer Bilderfluss erzeugten einen Eindruck von Perspektivlosigkeit.

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